Die Qual der Wahl | © panthermedia.net /Jirsak

Die Qual der Wahl: So trifft man die richtige Entscheidung

Jeden Tag auf´s Neue stehen wir vor unzähligen Entscheidungen. Im Schnitt trifft jeder Mensch pro Tag 20.000 davon – die meisten unbewusst und innerhalb von wenigen Millisekunden. Nach dem Weckerklingeln direkt aufstehen oder noch kurz liegen bleiben? Hemd oder Poloshirt? Frühstücksbrötchen beim Bäcker oder direkt in die Firma? Noch bevor die gewöhnliche Arbeit beginnt, hat unser Gehirn bereits so einiges geleistet.



Der Großteil dieser täglichen Entscheidungen hat wenig Konsequenzen für unser folgendes Leben. Ob man beispielsweise zum Mittagessen in die Kantine geht oder sich nach Feierabend doch lieber selbst etwas kocht, spielt keine große Rolle.

Doch hin und wieder müssen auch Entscheidungen getroffen werden, die mehr Gewicht haben. Für viele Jugendliche, die ihrem Schulabschluss nahe sind, stellt sich die Frage: Was möchte ich später werden? Paare mittleren Alters müssen abwägen: Früh Kinder bekommen oder lieber vorher eine berufliche Absicherung herstellen? Und Geschäftsmänner in Führungsriegen stehen vor der großen Herausforderung: Traditionen beibehalten oder innovative Geschäftswege einschlagen? In solchen Fällen möchte man eine Fehlentscheidung verhindern. Wir erklären euch im Folgenden, wie das bestmöglich gelingt und welche Schritte zur richtigen Entscheidungsfindung nötig sind.

Schritt 1: Die Situation analysieren

Bevor man kopflos irgendwelche Entscheidungen fällt, sollte man erst einmal die Ausgangssituation und ihre Rahmenbedingungen festlegen. Dabei darf man jedoch nicht verzweifeln und die Lage schlimmer sehen, als sie in Wirklichkeit ist. Stattdessen lieber alle irrelevanten Dinge ausblenden und sich nur auf die bedeutenden Faktoren konzentrieren. So mindert man die Komplexität, erhält man einen klaren Überblick und findet auf leichtere Weise Lösungen.



Außerdem sollte man einen Zeitpunkt festlegen, an welchem die Entscheidung fällig ist – sozusagen eine Deadline. Ansonsten wird der Entschluss immer wieder aufgeschoben und es kommt nie zu einer zufriedenstellenden Lösung. Selbstverständlich muss nicht innerhalb von wenigen Stunden alles entschieden sein, denn oftmals hilft es auch, eine oder mehrerer Nächte über die Situation zu schlafen. Nicht selten weiß man , was zu tun ist. Trotzdem ist zu langes Aufschieben kontraproduktiv. Dabei kann es nämlich passieren, dass Chancen nicht wahrgenommen werden – und das ist bekanntlich noch ärgerlicher, als eine falsche Entscheidung zu treffen.

Schritt 2: Auf das eigene Bauchgefühl hören

Der Intuition folgen | © panthermedia.net /gustavofrazao

Der Intuition folgen | © panthermedia.net /gustavofrazao

Nach der ersten Situationsanalyse und dem Festlegen eines unveränderbaren Zeitraumes geht es nun daran, sich bewusst zu machen, was man selbst möchte. In vielen Fällen entscheidet man sich auf eine bestimmte Weise, „weil das doch alle so machen“ oder „weil das schon immer so war“. Natürlich haben sich einige Entscheidungen über mehrere Jahre bewährt, trotzdem ist fortschrittliches Denken häufig unverzichtbar. Daher sollte man sich klar machen, was für einen persönlich wichtig ist und welche Dinge man selbst favorisiert.

Das erste Bauchgefühl spielt dabei eine überaus wichtige Rolle. Wenn man bereits am Anfang ein schlechtes Gefühl bei einer Sache hat, sollte man darauf hören und sich lieber andere Handlungsalternativen suchen. Denn das, wovon man vom ersten Augenblick an nicht überzeugt ist, stellt sich später auch nur sehr selten als die richtige Lösung heraus. Grundsätzlich ist das eigene Bauchgefühl ein Faktor bei der Entscheidungsfindung, den man nicht vernachlässigen sollte: Menschen lernen unbewusst aus den Erlebnissen ihrer Vergangenheit und wenden diese Erfahrungen intuitiv auf gegenwärtige Momente an. Das Bauchgefühl gründet also auf den eigenen Kenntnissen und hat durchaus seine Berechtigung. Wenn man sein erstes Gefühl zu einem bestimmten Entschluss schriftlich festhält, garantiert man, dass man dieses nicht vergisst und kann später darauf zurückgreifen.

Schritt 3: Den Verstand nutzen

Trotzdem darf man natürlich auch nicht vergessen, auf den Kopf zu hören. Um einen objektiven Überblick zu bekommen, hilft es, eine Pro-Contra-Liste aufzustellen. Was spricht für gewisse Punkte und was spricht dagegen? In tabellarischer Form bringt solch eine Liste einen klaren Vergleich und wiegt Vor- und Nachteile ab. In die Bewertung sollten Fakten einfließen, aber auch moralische und soziale Gesichtspunkte.

Es wird zwischen verschiedenen Entscheidungstheorien entschieden. Bei der steht beispielsweise der größte Nutzen für die größte Anzahl an Beteiligten im Vordergrund. Beim deontologischen Prinzip handelt man aus dem Pflichtgefühl heraus, wohingegen bei der teleologischen Ethik der Zweck und das Ziel als Grundlage dienen. Es gibt noch weitere ethische Modelle zur Entscheidungsfindung – anstatt sich jedoch nur auf eines der Modelle zu beziehen, ist es ratsam, alle zu kombinieren und alle Bedingungen einfließen zu lassen. So erhält man ein Urteil, was so objektiv und allumfassend wie eben möglich ist.

Schritt 4: Bauch und Kopf kombinieren

Entscheidungsdruck | © panthermedia.net /ra2studio

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Im nächsten Schritt heißt es, die vorangegangen Ergebnisse zu kombinieren. Gibt es Alternativen, die sich zwar auf den ersten Blick gut angefühlt haben, aber sich bei näherem Hinsehen als unzureichend herausgestellt haben? Bei welcher Entscheidung überwiegen die positiven Fakten? Fühlt man sich mit diesem Entschluss wohl? Auf diese und andere Frage gilt es nun, zufriedenstellende Antworten zu finden.

Dabei sollte man zwar ruhig einen Schritt aus seiner Komfortzone wagen und neue Denkweisen ausprobieren, aber trotzdem die Ruhe bewahren. Nicht voreilig und kopflos handeln, sondern eine durchdachte Entscheidung treffen! Damit man Letzteres vermeidet, sollten in diesen Prozess unterschiedliche Punkte einfließen: Muss es die optimale Lösung sein oder reicht eine gute? Geht man besser einen Schritt nach dem anderen oder verfolgt man ein Gesamtkonzept? Welche Konsequenzen hat die Entscheidung auf langfristige Sicht?

Schritt 5: Die Entscheidung bewerten

Im letzten Schritt bewertet man seine Entscheidung und holt sich zusätzlich Meinungen und Zustimmungen von Kollegen oder Freunden ein. Dann kann man alle Vorbereitungen treffen und die Entscheidung bekanntmachen sowie anschließend in Kraft setzen. Die genauen Konsequenzen werden sich daraufhin erst im Folgenden zeigen.

Trotz aller noch so durchdachten Maßnahmen kann es selbstverständlich immer zu Fehlentscheidungen kommen: Niemand ist perfekt und in die Zukunft sehen kann auch keiner. Das ist jedoch auch kein Weltuntergang und bestimmt in einiger Zeit wieder vollkommen vergessen. Also macht euch nicht zu viel Druck und ruft euch in Erinnerung, dass man jederzeit wieder andere Wege einschlagen kann. Zum Schmunzeln und Weiterlesen findet ihr bei einen Beitrag über acht der schlechtesten Geschäftsentscheidungen aller Zeiten. In diesem Sinne wünschen wir euch besseres Gelingen bei eurer Entscheidungsfindung!



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