Hanfpflanze | © panthermedia.net /Willi Zell

Cannabis in der Medizin und als Nahrungsergänzungsmittel

“Gebt das Hanf frei!” Mit diesem Aufforderung sprach der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele im Jahre 2002 unzähligen Kiffern aus der Seele. Ströbele, damals noch von vielen Bürgern belächelt, trug seinerzeit maßgeblich dazu bei, dass im Jahre 2017 tatsächlich das Cannabisverbot aufgelockert wurde. Seit März 2017 dürfen Mediziner schwerkranken Patienten Cannabis auf Rezept verschreiben und Krankenkassen bezahlen die Therapie mit Cannabis. Dies ist allerdings nicht als Aufforderung zum Cannabiskonsum zu verstehen.



Cannabis auf Rezept

Obwohl Cannabis auf Rezept mittlerweile in bestimmten Fällen erlaubt ist, ist der Konsum der THC-haltigen Pflanzenbestandteile nicht für Jedermann gedacht. Denn Cannabis ist eine ernstzunehmende Heildroge, die gerade jenen Patienten helfen kann, die schwer erkrankt sind und im Sinne der Schulmedizin als austherapiert gelten. Wenn der behandelnde Arzt eine Indikation für die Cannabis-Therapie sieht, kann ein Rezept ausgestellt werden, sonst nicht. Doch bei welchen Krankheiten kann Medizinalhan weiterhelfen und wie steht es um den ebenfalls in der Cannabispfalnze enthaltenen Wirkstoff CBD?

Medizinalhanf: Für Schwerkranke oftmals die letzte Hoffnung

Die Cannabispflanze Cannabis sativa L. enthält einzigartige Wirkstoffe, nämlich die Cannabinoide, die pharmakologisch wirksam sind und nur in dieser Pflanze vorkommen. Als Forscher die Cannabinoide in der Hanfpflanze näher erforschten, fanden sie heraus, dass der menschliche Organismus im Endocannabinoid-System Substanzen produziert, die ähnliche pharmakologische Wirkeigenschaften aufweisen. Daher lassen sich auch die hervorragenden Behandlungserfolge, insbesondere , erklären. Die medizinische Wirkung ist wissenschaftlich belegt und deshalb dürfen Ärzte bestimmten Patienten Arzneimittel mit Cannabis und sogar Cannabisblüten verschreiben. Wenngleich Cannabis auch gegen eine Vielzahl weniger schwerer Beschwerden hilfreich ist, kommt die Verordnung von Medizinalhanf durch den Hausarzt oder Facharzt in der Regel nur bei schweren Erkrankungen in Frage, zu denen beispielsweise diese gehören:



  • Asthma
  • ADHS
  • Multiple Sklerose
  • Chronische Schmerzen
  • Neuropathische Schmerzen
  • Lennox-Gastaus-Syndrom
  • Krebs
  • Genese nach Chemotherapie
  • HIV/AIDS
  • Neurodermitis
  • Schuppenflechte
  • Arteriosklerose
  • Morbus Crohn
  • Colitis ulcerosa
  • Diabetes
  • Epilepsie
  • Depressionen
  • Bipolare Störungen
  • Angststörungen
  • Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS)

Die wirken beispielsweise antientzündlich, schmerzlindernd, antipsychotisch, neuroprotektiv, angstlösend, appetitanregend und sie töten Krebszellen ab.

Rechtliche Situation: Wann, wie viel und in welcher Form ist Cannabis erlaubt?

Anbau und medizinische Verordnung von Medizinalhanf erfolgen unter strenger staatlicher Kontrolle. So erhalten Patienten seit März 2017 ein spezielles BTM-Rezept. Die Kosten für das medizinisch verordnete Cannabis sind erstattungsfähig durch die Krankenkassen. Pro Monat darf der behandelnde Arzt einem Patienten bis zu 100 Gramm getrocknetes Cannabis verschreiben. Medizinalhanf wird speziell in Laborqualität hergestellt; für die Aufsicht ist die staatliche Cannabisagentur zuständig. Der Eigenanbau bleibt nach wie vor verboten.

Nicht nur die Cannabisblüte kann verschrieben werden. Cannabis kann auch in verarbeiteter Form als Medikament (zum Beispiel zum Inhalieren, in Tropfenform oder als Spray) verschrieben werden. Je nach Darreichungsform enthält das Arzneiprodukt kein, wenig oder viel THC. THC ist die Abkürzung für den Wirkstoff Tetrahydrocannabinol. Dies ist jene Substanz, die maßgeblich für die psychoaktive und berauschende Wirkung beim Cannabiskonsum verantwortlich ist. In Medizinalhanf kann der THC-Gehalt bei unter 1 bis circa 22 Prozent liegen.

CBD – der frei verkäufliche Wirkstoff

Verwendungsmöglichkeiten von Hanf | © panthermedia.net /Shebeko

Verwendungsmöglichkeiten von Hanf | © panthermedia.net /Shebeko

 

Angesichts der Vielzahl an positiven Wirkeigenschaften ist die Frage berechtigt, weshalb sich die Bundesregierung nach wie vor dagegen sträubt, Cannabis komplett zu legalisieren. Die rechtlichen Hürden und der bürokratische Aufwand, an ein solches BTM-Rezept zu gelangen, stellen für Patienten eine enorme Belastung dar. Allerdings stehen auch immer noch viele Ärzte der Cannabistherapie kritisch gegenüber, da Cannabis trotz aller wissenschaftlichen Studien sein negatives Image als Kifferdroge noch nicht los geworden ist. Viele Patienten fragen ihren Hausarzt aus Schamgefühl heraus nicht, ob er Cannabisarznei verschreiben würde. Viele Ärzte lehnen ohnehin ab, sodass Patienten in die Illegalität gedrängt werden. Immerhin gibt es die Möglichkeit, frei verkäufliche Hanfprodukte wie   legal zu erwerben.

Was ist CBD Öl und wobei kann es helfen?

CBD Öl wird aus schonend gewonnenem Hanfsamenöl und CBD Extrakt hergestellt. Das Hanfsamenöl ist ein pflanzliches Öl, das in reiner Form vmit anderen Pflanzenölen verglichen werden kann (zum Beispiel Sonnenblumenöl, Olivenöl oder Leinsamenöl). Das Öl selbst wird hauptsächlich zum Zubereiten von Speisen verwendet. Bei der Herstellung von CBD Öl wird Hanfsamenöl allerdings als Basis verwendet, welche mit einem Extrakt aus Cannabidiol (CBD) angereichert wird. Der CBD Extrakt wird, ebenso wie das Hanfsamenöl, aus speziellen Zuchthanfsorten gewonnen, bei denen der THC-Gehalt so gering ist, dass er keine psychoaktive Wirkung erzielen kann. Üblicherweise wird CBD Öl in kleinen Fläschchen von 10 oder 20 ml angeboten.

Der CBD-Gehalt liegt je nach Qualität bei zwischen vier und zehn Prozent. Je mehr CBD enthalten ist, desto kostspieliger und hochwertiger, aber auch wirksamer ist das . Cannabisöl wird als Nahrungsergänzungsmittel verstanden und kann bei einer ganzen Reihe an gesundheitlichen Beschwerden hilfreich sein. Es wirkt entzündungshemmend, löst Ängste, hebt die Stimmung und hilft gegen Übelkeit. Darüber hinaus kann es zu einer Verbesserung bei zahlreichen Erkrankungen führen, wie sie bereits oben erwähnt wurden. Es findet ebenfalls Anwendung bei Migräne und Hautproblemen. CBD Öl ist dafür bekannt, das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.

Cannabis – das gesundheitsfördernde Lebensmittel

Die Nutzpflanze Cannabis sativa L. gehörte seit Jahrtausenden und in nahezu allen Kulturen zu einer der wichtigsten Grundnahrungsmittel. Ebenso wurde die Cannabispflanze bis ins 19. Jahrhundert als natürliche Heildroge eingesetzt. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Internationale Opiumkommission gegründet, die circa 1911 begonnen hatte, über ein Verbot von Cannabis zu diskutieren. Etwa ab 1925 bis 1929 kam es dann weltweit zu umfassenden Verboten (Opiumgesetz, später Betäubungsmittelgesetz), die jedoch in den Jahren des Zweiten Weltkriegs teilweise wieder aufgehoben wurden. Das weitreichende Hanfverbot hat auch heute noch im Wesentlichen seine Gültigkeit. Erlaubt sind indes Hanflebensmittel, die aus THC-freien Hanfsorten erzeugt werden. Eines der wichtigsten Hanfprodukte ist das Hanfsamenöl, welches als besonders gesundes Pflanzenöl gilt.

Es ist reich an den mehrfach ungesättigten Fetten Omega-3 und Omega-6 und es enthält die selten vorkommende Gamma-Linolen-Säure. Außerdem stecken in dem Pflanzenöl viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die für den gesamten menschlichen Organismus essenziell sind. Die Cannabis-Samen können ungeschält, geschält, geröstet oder zu Mehl vermahlen verwendet werden. Im Handel sind zahlreiche weitere Hanflebensmittel erhältlich. Dazu gehören etwa Hanfmehl, Hanfnudeln, Hanfprotein, Hanftee, Hanfgetränke, sowie Müslis und Energieriegel mit Hanf. Aufgrund der hervorragenden Wirkeigenschaften sind auch zahlreiche Kosmetikprodukte mit dem pflegenden Hanföl erhältlich. Alles vollkommen legal und garantiert ohne berauschende Substanzen.

Fazit zu Hanf in der Medizin und als Nahrungsergänzungsmittel

Verwendung in der Kosmetik und als Nahrungsergänzungsmittel | © panthermedia.net /Martina Kovacova

Verwendung in der Kosmetik und als Nahrungsergänzungsmittel | © panthermedia.net /Martina Kovacova

 

Mittlerweile haben sich die strengen Verbote rund um die Cannabispflanze in Deutschland etwas gelockert. Allerdings nicht, um Kiffern in die Hände zu spielen, sondern um schwer kranken Menschen, die beispielsweise unter ständigen Schmerzen leiden, zu ermöglichen, Cannabis legal zu konsumieren. Auf diese Weise können ihre Beschwerden gelindert werden. Allerdings ist Cannabis nur auf Rezept erhältlich und auch nur in ganz bestimmten Fällen. Anders steht es um das als Nahrungsergänzungsmittel bekannte CBD-Öl, welches ebenfalls aus Nutzhanf gewonnen wird, aber keine berauschende Wirkung erzeugt. Auch dieses Öl findet in den verschiedensten Situationen Anwendung. Besonders beliebt sind zudem Produkte aus Hanf, wie beispielsweise Kosmetika oder Lebensmittel.



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